Plätzchenparade 2016

Ich muss zugeben – ein bisschen plagt mich schon das schlechte Gewissen. Das Jahr war so arbeits- und ereignisreich, dass ich über längere Zeit hinweg einfach nicht dazugekommen bin, meinen Blog mit Beiträgen zu füttern. Aber ich gelobe feierlich Besserung!

Vielen Dank noch einmal an alle, die immer wieder nach neuen Rezepten gefragt haben. Es ist schön, zu wissen, dass es so viele treue Leser und Nachbäcker gibt. Und natürlich bin ich in den letzten Monaten nicht auf der faulen Backluderhaut gelegen, sondern habe weiterhin fleißig gebacken, experimentiert und Futter für meinen Blog gesammelt.

Viel Inspiration habe ich mir beispielsweise im Rahmen meines Einsatzes als “Bergbauernhelferin” in Südtirol geholt. Auch mein Londontrip mit einem Besuch der “Hummingbirdbakery” und einem Abstecher zu “Peggy Porschen” war ein Erlebnis, das das Backluderherz höher schlagen ließ. Aber darüber werde ich in einem eigenen Blogeintrag berichten.

Heute möchte ich mich nämlich voll und ganz den Ergebnissen meiner adventlichen Plätzchenbackaktion widmen. Nachdem mein Blogeintrag von Weihnachten 2014 (siehe Foto unten) leider einem Blogtotalabsturz zum Oper fiel und ich mich im letzten Jahr auf das Backen von Lebkuchen beschränkte, wird es höchste Zeit, mal wieder ein paar köstliche Plätzchen vorzustellen.

Heuer habe ich mich größtenteils auf meine bewährten Klassiker konzentriert und diese Entscheidung war goldrichtig. Ich liebe sie alle und es fällt mir echt schwer, Favoriten zu nennen. Aber wenn ich mich festlegen müsste, würde ich wohl die Florentiner (Rezept folgt) als ganz besonderes Geschmackserlebnis hervorheben.

Von links nach rechts im Uhrzeigersinn:

- Rosinenhäufchen
- Zimtsterne
- Nougatstangen
- Schokobrot
- Spitzbuben
- Florentiner

Ach ja – das Foto von meinem Weihnachtspost 2014, der irgendwo im Internetnirvana verschwand, möchte ich euch nicht vorenthalten. Dafür waren die Plätzchen einfach vieeeel zu lecker!

Viel Spaß beim Plätzchenbacken und -essen
wünscht euch euer Backluder

Schoko-Bananentorte

Ich wollte es niemals tun! Ehrlich! Aber besondere Anlässe erfordern eben besondere Maßnahmen und deshalb stelle ich heute ein Rezept ein, das ich zwar gebacken, aber nie einem Geschmackstest unterzogen habe.

Das ergab sich so: Meine Friseurin hat vor längerer Zeit bei mir angefragt, ob ich mir vorstellen könnte, zur Hochzeit ihrer Tochter meine Zitronentarte zu backen, da die Braut diese so liebe. Klar – warum nicht. Zitronentarte backe ich inzwischen im Schlaf. Also alles total stressfrei.

Das war der Plan, aber…
10 Tage vor der Hochzeit meldete sich dann die Braut bei mir und meinte, dass sie spontan total Lust auf etwas Schokoladiges mit Banane hätte. Hm – die Kombination mag ich zwar auch sehr gerne, beispielsweise in Form von Bananensplit-Eis. Aber in Kuchenfom habe ich mit dieser Geschmacksrichtung bisher wenig Erfahrungen gesammelt. Und dann für eine Hochzeit? Da muss alles passen! Der Stresspegel stieg leicht an… ;-)

Ich habe der Braut dann ein paar Bildvorschläge gemacht, wie man das Schoko-Bananen-Thema umsetzen könnte: Sahnetorte, Tarte, Tartelettes, Cupcakes oder Blechkuchen. Die Entscheidung des Brautpaars fiel auf die eher klassische Kuchen bzw. Tortenvariante und somit lag es jetzt an mir, den Wunsch bestmöglich umzusetzen. Ich habe mich dann für eine edel anmutende, mehrschichtige Torte mit einer glänzenden Schokoladenoberfläche entschieden.

Bananentorte

Verziert wurde die Torte mit Sahnetupfen, Bananenchips und aus Zartbitterkuverüre gespritzten Dekoelementen.

Bananentorte

Für den Rand habe ich dann noch weiße Kuvertüre auf einem Backpapier verstrichen und Herzen ausgestochen.

Bananentorte

Ein Bild vom Anschnitt gibt es leider nicht. Aber ich habe mir versichern lassen, dass die Torte sehr, sehr gut geschmeckt hat und deshalb möchte ich euch das Rezept nicht vorenthalten.

 Das kommt rein:

Teig:
2 Eier
2 EL heißes Wasser
80 g Zucker
1 Vanillezucker
60 g Mehl
20 g Kakao
1 EL Backpulver

Füllung:
4-5 Bananen
1 Pck. Tortenguss klar
150 ml Apfelsaft
100 ml Weißwein
2-3 EL Zucker

Sahneschicht:
3 Blatt Gelatine
400 ml Sahne
1-2 EL Zucker

Schokoguss:
100 g Zartbitterkuvertüre
125 ml Sahne
1 Blatt Gelatine

 So geht’s:

Eier und Wasser aufschlagen. Zucker und Vanillezucker dazu einrieseln lassen. Mehl, Kakao und Backpulver auf die Mischung sieben und unterheben. Das Ganze in eine mit Backpapier ausgelegte Springform (26 cm) geben und im vorgeheizten Ofen bei 175° C ca. 20 Minuten backen.
Den Boden auf einer Tortenplatte auskühlen lassen und einen Tortenring darumlegen.

Bananen längs(!) halbieren und den Boden damit belegen. Apfelsaft, Wein, Zucker und Tortenguss in einem Topf verrühren und zum Kochen bringen. Den fertigen Guss über den Bananen verteilen. Den Kuchen in den Kühlschrank stellen und mindestens 30 Minuten auskühlen lassen.

3 Blatt Gelatine ca. 10 Minuten in Wasser einweichen. 1 EL von der Sahne aufheben, den Rest zusammen mit dem Zucker steif schlagen. Die weiche, ausgedrückte Gelatine im Sahnerest vorsichtig erwärmen (am besten im Wasserbad). Wenn sie komplett aufgelöst ist, zwei Esslöffel der steifen Sahne dazugeben und einrühren. Das Gelatinegemisch zur geschlagenen Sahne geben und vorsichtig unterrühren. Masse auf den Tortenboden geben. Den Kuchen wieder in den Kühlschrank stellen und idealerweise mehrere Stunden (oder über Nacht) auskühlen lassen, damit die Masse richtig fest wird und später nicht verläuft.

1 Blatt Gelatine ca. 10 Minuten in Wasser einweichen. Kuvertüre in kleine Stücke schneiden. Sahne und Kuvertüre mit kleiner Hitze erwärmen, bis die Schokolade schmilzt und eine homogene Masse entsteht. Die weiche, ausgedrückte Gelatine in der Schokoladensahne auflösen. Den Guss kurz abkühlen lassen (nicht zu lange – sonst wird er fest!) und anschließend vorsichtig in die Mitte der Torte gießen und zum Rand hin verlaufen lassen.

Nach Belieben verzieren.

Viele liebe Grüße
von eurem Backluder

Rhabarberkuchen mit Eierlikör

Ich backe und experimentiere zwar viel, aber gerne auch sehr intuitiv, also ohne Rezeptvorgabe. Da erinnere ich mich dann im Nachhinein meistens nur noch vage daran, was in welcher Menge enthalten ist und die entstandene Kreation wird es folglich auch nie wieder in der exakt gleichen Zutatenkomposition geben (was ich manchmal sehr, sehr schade finde – machmal auch gar nicht ;-) ). Und zwischendurch möchte ich natürlich auch noch meine bereits mit euch geteilten Lieblingsrezepte backen (und vor allem essen). So kann es ohne weiteres passieren, dass es hier auf meinem Blog ein paar Wochen etwas ruhiger ist. Das blieb nicht unbemerkt…

“Wann gibt es mal wieder ein neues Backluder-Rezept zum Nachbacken”? So wurde ich diese Woche bei einer Geburtstagsfeier begrüßt. Okay – alles klar. Ein Backluder muss tun was ein Backluder tun muss….
Also ran an den Ofen.

In meinem Garten sprießt und wächst es überall und auch der Rhabarber (ich liebe ihn!) wuchert fröhlich vor sich hin. RHABARBERKUCHENZEIT! :-)

Nachdem es in der letzten Saison ständig  Rhabarber Streuselkuchen gab, wollte ich mal wieder etwas Neues ausprobieren. Großartig kreativ werden musste ich gar nicht. Eine Arbeitskollegin hat mir nämlich ein Kuchenrezept empfohlen, das ich, etwas abgewandelt, sofort getestet habe. Das Ergebnis seht ihr hier:

Rhabarberkuchen

Supereinfach, schnell gemacht und richtig gut. Zu gut – wir haben zu viert den ganzen Kuchen auf einmal verdrückt.

Stück Rhabarberkuchen

Das kommt rein:

400 g Rhabarber geschält
2 EL Zucker
100 g Butter
170 g Zucker
1 Vanillezucker
1 Ei
100 ml Eierlikör
100 ml Milch
280 g Mehl
2 TL Backpulver

So geht’s:

Den geschälten Rhabarber in kleine (ca. 1cm) große Stückchen schneiden und in eine Schüssel geben. Mit den 2 EL Zucker vermischen und ziehen lassen.

Butter, Zucker und Vanillezucker verrühren, das Ei dazu geben und das Ganze schaumig schlagen. Eierlikör und Milch unterrühren. Mehl und Backpulver darüber sieben und unterheben oder auf niedriger Stufe einrühren.

Den Teig in eine Springform geben (ich habe auf dem Bild eine mit 28 cm Durchmesser verwendet). Das vom Rhabarber gezogene Wasser abgießen und die Fruchtstücke auf dem Teig verteilen.

Bei 180° C ca. 50 Minuten backen.

Tipp:
Zu diesem Kuchen passt sehr gut frisch geschlagene Sahne. :-)

Viele liebe Grüße
von eurem Backluder

Diamantene Hochzeit

Ich habe mir schon mehrfach geschworen, Fondanttorten nur noch nach Lust und Laune zu machen. Aber im Neinsagen war ich noch nie besonders gut…

Dieses Mal ließ ich mich zu einer Torte für eine Diamantene Hochzeit überreden.

Wenn eine bestimmte Erwartungshaltung an die Optik vorhanden ist und zudem noch ein fixer Termin steht, macht mir das enormen Stress. Ich kaufe nichts zu und fertige alle verwendeten Materialien selbst an. Da steckt richtig viel Arbeit und eine gut durchgetaktete Planung dahinter. Dazu kommt dann noch mein Hang zum Perfektionismus. Aber die größte Herausforderung liegt wohl darin, dass einfach sooo viel  schiefgehen kann. Ganz besonders großen Respekt habe ich immer vor dem Eindecken. Wenn die Konsistenz des Fondants (zu brüchig, zu klebrig o.ä.) nicht passt, habe ich ein echtes Problem. Einen Ersatzfondant und somit einen Plan B gibt es nie. Also ist  jedes Mal wieder aufs Neue Nervenkitzel pur garantiert….

Bei der aktuellen Torte lagen schon in der Vorbereitungsphase die Nerven blank. Die doofe Rose wollte nämlich partout nicht so, wie ich das wollte. Nach drei Nächten, die ich mir mit Rosenfärben und -basteln um die Ohren geschlagen habe, entstand endlich ein Exemplar, das einer echten Rose ähnelte und zumindest kein Fall für die Mülltonne war.

Es gab aber auch ein Erfolgserlebnis. Die Torte bot die ideale Gelegenheit, endlich einmal eine neue Technik zu testen. Ich wollte mich schon so lange an einer Zuckerspitze versuchen. Mein Mut wurde belohnt. Alles hat auf Anhieb funktioniert und ich fand die Optik einfach nur super. Sehr passend für den festlichen Anlass.

Eine Premiere war auch das Anbringen eines essbaren Fotos auf einer Torte. Ich war da nie so ein großer Fan davon, muss aber zugeben, dass mich die “Gesamtkomposition” komplett überzeugt hat. Eine meiner Meinung nach total in sich stimmige Torte.

Letztendlich passierte genau das, was so gut wie immer passiert, wenn eine Torte vollendet ist. Ich bin fast ein bisschen verliebt und würde sie am liebsten behalten.  Je mehr Nerven sie mich gekostet hat, desto stärker ist die Bindung. ;-)

Ach ja – unter der Fondantdecke verbirgt sich eine köstliche Schwarzwälder Kirschtorte – mit ganz viel Kirschwasser. :-)

Viele liebe Grüße
vom Backluder

 

Dinkelseelen

Puh – so langsam leide ich unter akutem Kuchenback- und Kuchenessentzug. Dabei bin ich ja selbst schuld. Warum habe ich mir auch auferlegt, in der Fastenzeit, also von Aschermittwoch bis Ostersonntag, auf Alkohol und Süßes zu verzichten?

Das mit dem Alkohol ist mir nicht schwergefallen, das Weglassen jeglicher Süßitäten hingegen in manchen Momenten schon. Keinerlei Kuchen, keinerlei Desserts, keinerlei Schokolade.
Ich habe tapfer durchgehalten und das macht mich auch ein bisschen stolz. Aber jetzt freue ich mich wie ein Schnitzel auf den Ostersonntag. Na ja – ich will ehrlich sein – weniger auf den Tag, mehr auf Osterbrot und auf Nougateier und dann vielleicht noch…. oder… ;-)

Die Fastenzeit konnte mich natürlich nicht von meiner Backleidenschaft abhalten. Abgesehen von ein paar Kuchen zum Verschenken, ging es eben mehr in die deftige Richtung. Wie auch heute – meine Schwester feiert anlässlich ihres runden Geburtstages eine Mädelsparty und nachdem die Geschäfte am Karfreitag geschlossen haben, wurde ich kurzerhand als Brotlieferantin auserkoren. Ein guter Anlass, neben meinem heißgeliebten Vollkornbrot auch mal wieder Dinkelseelen zu backen. Bisher bin ich mangels Fotos noch nie dazu gekommen, das Rezept hier einzustellen. Aber dieses Mal konnte ich ein paar Bilder schießen, bevor sie zum Verzehr freigegeben werden.

Dinkelseelen

Um alle Geschmäcker zufriedenzustellen, habe ich die Seelen auf zwei Bleche verteilt. Die ersten durften mit vornehmer Blässe den Ofen verlassen, die nachfolgenden wurden goldgelb gebräunt.

Dinkelseelen


Das kommt rein (ergibt ca. 9 Stück):
1 kg Dinkelmehl (Type 630)
20 g Salz
30 g Hefe
600 ml lauwarmes Wasser
Kümmel und grobes Meersalz

So geht’s:
Das Mehl in eine Schüssel sieben und das Salz dazugeben. Die frische Hefe in dem lauwarmen Wasser auflösen und zum Mehl schütten. Das Ganze mit der Küchenmaschine oder dem Rührgeräte gut verkneten.
Anschließend den Teig zugedeckt an einem warmen Ort mindestens eine Stunde gehen lassen. Während der Ruhezeit den Teig zweimal mit nassen Händen durchkneten und noch einmal aufgehen lassen.
Anschließend den Teig mit den Händen in Rechteckform (ca. 30 x 15 cm) ziehen und mit einem Messer 3-5 cm breite Teigstreifen abschneiden. Diese auf etwa 20-30 cm in die Länge ziehen, mit der Schnittfläche nach oben auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und noch einmal zugedeckt 20 Minuten gehen lassen. Inzwischen kann der Backofen vorgeheizt werden. Die Teiglinge mit Wasser bestreichen und mit Kümmel und grobem Meersalz bestreuen.

Eine Schüssel Wasser auf den Backofenboden stellen. Die Seelen im vorgeheizten Backofen ca. 10 Minuten bei 240 °C backen. Dann die Temperatur auf max. 200°C reduzieren und das Ganze noch für 10 Minuten im Ofen lassen.

Tipp:
Ich verteile die Seelen immer auf zwei Backbleche. Dann verkleben sie nicht untereinander.

Viele liebe Grüße
von eurem Backluder