Mandeltarte

Kein Alkohol, kein Zucker – auch in diesem Jahr habe ich in der Fastenzeit ganz bewusst Verzicht geübt. Für einen Kohlenhydratjunkie wie mich ein großes Vorhaben. Ich liebe Kuchen und hatte mich auf eine harte Zeit der Entbehrung eingestellt. Umso überraschender war die Erkenntnis, dass es mir gar nicht soooo schwer fiel. Ja – es gibt auch ohne Kuchen ein durchaus lebenswertes Leben. ;-)
Seit circa einer Woche verspüre ich allerdings klare, nicht zu verleugnende, aber gerade noch unterdrückbare Gelüste und freue mich jetzt riesig auf das erste Stück Kuchen. Die paar Tage bis Ostern halte ich natürlich noch tapfer durch. Notfalls lenke ich mich eben mit einem Posting ab. :-)

Heute möchte ich ein längst überfälliges Rezept vorstellen: Spanische Mandeltarte. Die Tarte habe ich vor einiger Zeit in Kombination mit einer Himbeercreme als Dessert für meine Tennisschnecken (Laufmädels) aufgetischt. Sie kam extrem gut an und ich werde sie sicherlich noch öfter servieren dürfen.

Kennen und lieben gelernt habe ich die Mandeltarte auf dem Jakobsweg. Der Weg von Porto nach Santiago de Compostela war eine ganz besondere, prägende Erfahrung und hat definitiv bleibende Eindrücke hinterlassen. Auch kulinarisch – vor allem die Kartoffeltortilla und eben die Mandeltarte, die Tarte de Santiago, haben es mir angetan und über so manches Pilgertief hinweggeholfen. ;-) Die klassische spanische Mandeltarte wird ohne Boden gebacken, aber ich möchte euch heute mal eine fruchtige Variante mit Mürbteigboden vorstellen.

Das kommt rein:

Teig:
270 g  Mehl
140 g Zucker
140 g kalte Butter
1 Eigelb
1 TL Orangenabrieb (von einer Bioorange!)
1 Prise Salz
ca. 2,5 EL kaltes Wasser

Füllung:
180 g Butter
3-4 Eier
1 Eiweiß
180 g gemahlene Mandeln
3 TL Mehl
1 TL Orangenabrieb (von einer Bioorange!)
ca. 1/2 Fläschchen Bittermandelöl

So geht’s

Die Teigzutaten mit dem Rührgerät mit Knethaken oder mit den Händen (so mache ich das) zügig zu einem glatten Mürbeteig verkneten, in Frischhaltefolie wickeln und mindestens eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
Danach auf leicht bemehlter Arbeitsfläche ausrollen und eine Tarteform (meine hat 28 cm Durchmesser), alternativ geht auch eine Springform, damit auskleiden. Den Teig mit einer Gabel mehrmals einstechen und blindbacken. Hierfür einfach ein Backpapier auf den Teig legen und das Ganze zum Beispiel mit getrockneten Hülsenfrüchten beschweren.

Den Boden bei 190° C 10 Minuten vorbacken. Die Hülsenfrüchte und das Backpapier entfernen und den Boden noch einmal 5 Minuten backen.

Inzwischen Butter, Zucker und Eier schaumig schlagen. Dann die restlichen Zutaten vorsichtig unterheben. Die Masse auf den vorgebackenen Mürbeteigboden geben. Bei 190°C ca. 30 Minuten backen.

Vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.

So – und jetzt sollte ich mir langsam mal Gedanken machen, welchen Kuchen ich zum Fastenbrechen an Ostern backen werde. Auf alle Fälle soll es kein altbewährtes Lieblingsrezept werden. Irgendetwas Besonders, etwas Neues. Keine leichte Entscheidung. Ich werde berichten… :-)

Viele liebe Grüße von eurem
Backluder

 

Nougattarte

Zu diesem Rezept gibt es eine ganz besondere Geschichte. Vor ein paar Tagen fand ich in meinem Postfach eine sehr nette Mail von der lieben Beatrice. Sie war über meinen Blog gestolpert und von den Backluderkreationen begeistert. Nachdem Beatrice seit kurzem zusammen mit drei anderen Mädels selbst den Backblog “Sweetlittlestories” betreibt, habe ich mir ihre Rezepte natürlich gleich angesehen. Eines davon hat mich auf Anhieb angesprochen und deshalb musste ich es sofort testen. Ja – ich habe eine eindeutig diagnostizierte Schwäche für Nougat… :-)

Nachdem ich als Vegetarierin auf Gelatine verzichten wollte, habe ich das Rezept ein bisschen angepasst und Agartine verwendet. Das hat problemlos funktioniert. Die Tarte eignet sich meiner Meinung nach besonders gut als Dessert und hatte ihren ersten großen Auftritt bei einem Spieleabend mit Freunden – flankiert von einem herben Espresso.

Nougattarte

Das kommt rein:

Boden:
200 g Mehl
50 g Puderzucker
50 g gemahlene Mandeln (oder Nüsse)
100 g Butter (kalt!)
2 EL Baileys
1 Prise Salz

Füllung:
75 g Zucker
25 g brauner Zucker
150 g Nussnougat
700 ml Sahne
70 g Baileys
13 g Agartine
60 g Frischkäse

Deko: siehe “Tipp”

So geht’s:

Für den Boden Mehl, Puderzucker, Mandeln, Baileys, Salz und kalte Butter mit den Knethaken des Rührgerätes oder mit den Händen zu einem homogenen Teig verkneten. Den Teig zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie wickeln und für mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank legen. Den Teig ausrollen und Boden und Rand einer Tarteform mit Hebeboden oder einer Springform (26 cm) damit auslegen. Wichtig: Der Boden und der Rand müssen an allen Stellen Verbindung haben, sonst läuft später die Füllung raus!
Den Boden mit Backpapier auslegen und darauf zum Beschweren getrocknete Linsen o.ä. verteilen. Den Teig im vorgeheizten Often bei 190°C 15 Minuten blindbacken. Dann das Backpapier mit den Linsen entfernen und den Boden nochmals für ca. 5-7 Minuten in den Ofen schieben.

Für die Creme beide Zuckersorten, Nougat, Baileys und Sahne in einem Topf bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen. Die Agartine einrühren und das Ganze mindestens zwei Minuten unter Rühren kochen lassen. Den Frischkäse unterrühren. Die Creme kurz abkühlen lassen (darf aber noch nicht gelieren!) und in den vorgebackenen Boden geben. Die Tarte jetzt im Kühlschrank fest werden lassen, am besten über Nacht.

Tipp:
Anstelle der klassischen Sahnetupfen habe ich mich für kleine Mürbteigsterne und Krokant entschieden. Für die Sterne habe ich ein bisschen von dem Teig für den Boden beiseite genommen und daraus die Sterne ausgestochen, sie auf ein kleines Stück Backpapier gelegt und für ein paar Minuten (zusammen mit dem Boden) gebacken.

Viele liebe Grüße
von eurem Backluder

Aprikosentarte mit Mandelcreme

Im Moment habe ich ein echtes Luxusproblem. Im Garten warten Unmengen von Obst darauf, gegessen oder verarbeitet zu werden. No chance! Aber ich gebe mein Bestes. :-)

Am Wochenende musste der Aprikosenbaum abgeerntet werden. Für eigene kreative Rezeptideen war keine Zeit und so habe ich mich von Google inspirieren lassen. Letztendlich habe ich mich für die Aprikosentarte von Lecker entschieden. Und ich kann nur sagen: Diese Entscheidung war sowas von goldrichtig!


Frisch aus dem Ofen sah die Taste schon sehr verführerisch aus und duftete ebenso. Ich musste mich echt beherrschen, sie auskühlen zu lassen und nicht gleich darüber herzufallen. Mir war in dem Moment aber völlig klar, dass mein Mittagessen nicht wie geplant eine Kartoffelpfanne, sondern stattdessen eine Aprikosentarte werden würde. :-)
Die Tarte hat alles gehalten, was sie versprochen hat. Nicht einmal besonders spektakulär – einfach nur gut, richtig gut. Die nicht so sehr süße Mandel-Obst Mischung und dazu der knusprige Mürbteig. Ich muss gestehen – bereits am Abend war kein Krümelchen mehr davon übrig. Zu meiner Verteidigung muss ich allerdings sagen, dass ich zwei große Stücke abgegeben habe. ;-)

Die Tarte hat definitiv einen Platz bei meinen Standardrezepten verdient. Ich kann sie mir auch sehr gut mit anderem Obst (Zwetschgen, Kirschen, Beeren, Äpfel) vorstellen und werde euch von den Testergebnissen berichten.

Nachdem immer noch eine ganze Schüssel Aprikosen übrig war, habe ich daraus auch gleich noch schnell Aprikosenmarmelade gekocht – mit einem Schuss Marillenschnaps. Hicks. :-)
Im Nachhinein habe ich diese Aktion fast bisschen bereut, so konnte ich nämlich am nächsten Tag nicht gleich noch einmal Aprikosentarte backen.

Das kommt rein:

Teig:
160 g Mehl
1 Prise Salz
75 g Zucker
1 Pck. Vanillezucker
1 Ei
75 g Butter (kalt)

Belag:
25 g Zucker
1 Pck. Vanillezucker
2 Eier
50 g gemahlene Mandeln
ca. 600 g Aprikosen
100 g Aprikosenmarmelade
Puderzucker

So geht’s:

Mehl, Salz, Vanillezucker, Zucker, Ei und Butter in eine Schüssel geben und mit den Knethaken des Rührgeräts oder mit den Händen zügig zu einem Mürbeteig verkneten. Den Teig zu einer Kugel formen, in eine Frischhaltefolie wickeln und mindestens eine halbe Stunde in den Kühlschrank legen.
Aprikosen waschen, halbieren und entkernen.
Für die Mandelcreme Eier, Zucker und Vanillezucker aufschlagen. Die Mandeln einrühren.
Die Aprikosenmarmelade etwas erwärmen, damit sie dünnflüssiger wird und besser verarbeitet werden kann.
Den gekühlten Mürbeteig ausrollen. Boden und Rand einer Tarteform (26 – 28 cm) damit auslegen. Boden mehrmals mit einer Gabel einstechen. Die Mandelcreme auf dem Boden verteilen. Die Aprikosenhälften mit der Schnittfläche nach unten dicht aneinander auf die Creme legen. Die Früchte mit der Marmelade bestreichen.
Im vorgeheizten Ofen bei 200°C für 45 Minuten backen.
Vor dem Servieren mit Puderzucker bestreuen.

Viele liebe Grüße
von Eurem Backluder